Das Dach, das sich selbst bezahlt

Praxisbeispiel

Das Dach, das sich selbst bezahlt

An der Montagelinie im Hager-Werk in Pune läuft die tägliche Produktion vor dem Hintergrund eines grundlegenden Wandels in der Energieversorgung des Standorts weiter.

Im Hager-Werk im indischen Pune macht sich die Investition in eine Photovoltaikanlage auf dem Dach durch messbare Ergebnisse für das Klima und das Unternehmen bezahlt.

Zahlen und Fakten

Installierte Leistung:

595 kWp

Jährliche Stromerzeugung:

ca. 0.8 GWh

Deckung des Standortbedarfs:

ca. 80 %

des Strombedarfs

CO₂-Reduktion:

300 –  400 t CO₂e

pro Jahr

Amortisationszeit:

ca. 3 Jahre1

Früh am Morgen hat das Dach im Hager-Werk in Pune seine Arbeit bereits aufgenommen. Mit einer installierten Photovoltaikleistung von 595 kWp wird Sonnenlicht schon lange vor Beginn der ersten Schicht in Strom umgewandelt. Damit werden die darunterliegenden Produktionsanlagen versorgt, und überschüssige Energie wird in das städtische Stromnetz eingespeist. Und ganz nebenbei zeigt dies, dass Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg zusammengehören.

Indiens Stromversorgung basiert nach wie vor überwiegend auf Kohle. Das bedeutet, dass jede Kilowattstunde Strom, die ein Hersteller aus dem Netz bezieht, mit messbaren Umweltauswirkungen verbunden ist. Gerade deshalb hat die eigene Erzeugung erneuerbarer Energie hier eine besondere Bedeutung. Es geht nicht nur darum, Zahlen in einem Bericht zu verbessern, sondern um eine grundlegende Entscheidung darüber, wie Hager seine industrielle Produktion künftig gestalten will.

Warum wir gehandelt haben

Michel Voinson, Manufacturing Program Senior Manager und Program Lead for Scope 1 and 2 Decarbonisation, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Schnittstelle zwischen Fertigung und Klimaschutz. Als sich die Chance in Pune bot, war schnell klar, was zu tun war. „Die Erzeugung unseres eigenen Stroms aus erneuerbaren Energien in einem stark kohlebasierten Stromnetz ist nicht nur eine ökologische Entscheidung – sie ist eine strategische Entscheidung“, sagt er. „Jede Kilowattstunde, die wir selbst erzeugen, müssen wir nicht aus einem Stromnetz beziehen, das noch immer weitgehend mit fossilen Energieträgern betrieben wird.“

Die Größe der Photovoltaikanlage im Hager-Werk Pune steht für einen praktischen Ansatz der Dekarbonisierung: Strom dort erzeugen, wo er verbraucht wird, die Abhängigkeit von einem kohleintensiven Stromnetz verringern und die tägliche Arbeit in Produktion, Logistik und Standortbetrieb nachhaltig unterstützen.

Im Jahr 2025 nahm Hager die Photovoltaikanlage mit einer installierten Leistung von 595 kWp2 in Betrieb. Sie erzeugt heute jährlich rund 0,83 GWh Strom und deckt damit etwa 80 %4 des Strombedarfs des Standorts Pune. Davon werden 40 bis 50 %5 direkt vor Ort genutzt. So werden jährlich 300 bis 400 t CO₂e6 vermieden. Überschüssiger Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist und trägt zusätzlich zu dessen Dekarbonisierung bei. Auf Gruppenebene entspricht dies rund 1 % der Scope-1- und Scope-2-CO₂e-Emissionen von Hager – ein konkreter Beitrag zum Ziel, diese Treibhausgasemissionen bis 2030 um 50 % zu reduzieren.

Eine Infrastruktur, die sich rechnet

Was Pune über ein erfolgreiches Umweltprojekt hinaus auszeichnet, ist die wirtschaftliche Logik dahinter. Da die Anlage rund die Hälfte des Strombedarfs des Standorts deckt, sinken sowohl die Abhängigkeit vom Stromnetz als auch die Auswirkungen schwankender Energiepreise. Überschüssiger Strom, der während der Spitzenzeiten erzeugt wird, wird in das öffentliche Netz eingespeist. So wird das Dach nicht nur zu einer Energiequelle, sondern auch zu einer Einnahmequelle. Die Kombination aus geringeren Strombezugskosten und Erlösen aus der Netzeinspeisung führt zu einer Amortisationszeit von rund drei Jahren.

Ein Mitarbeiter in der Produktion: Die Vorteile der Photovoltaikanlage auf dem Dach zeigen sich nicht auf dem Dach selbst, sondern im stabilen und effizienten Betrieb der täglichen Fertigungsprozesse.

„Das ist bereits ein sehr gutes Ergebnis“, sagt Michel Voinson. „Betrachtet man jedoch das Gesamtbild – niedrigere Strombezugskosten, Einnahmen aus der Netzeinspeisung und den strukturellen Vorteil für ein wachsendes Produktionsvolumen –, wird deutlich, dass es sich hierbei nicht um Ausgaben für Nachhaltigkeit handelt. Es ist eine Investition in Infrastruktur. Das Dach bezahlt sich selbst – und erwirtschaftet darüber hinaus dauerhaft einen Mehrwert.“

Die Dekarbonisierung der Stromversorgung in einem stark kohlebasierten Stromnetz ist nicht nur eine ökologische Entscheidung – sie ist eine strategische Entscheidung.

Michel Voinson

Manufacturing Program Senior Manager und Program Lead for Scope 1 and 2 Decarbonisation

Mit steigenden Produktionsmengen in Pune steht die erforderliche Kapazität aus erneuerbaren Energien bereits zur Verfügung, um den zusätzlichen Energiebedarf zu decken. Die Grenzkosten für Energie bei einer Produktionsausweitung sinken – eine Investition von heute, die die Effizienz künftigen Wachstums sichert.

Auf einen Blick

Das Risiko: Die Produktion in einem stark kohlebasierten Stromnetz führt zu hohen CO₂-Emissionen, steigenden Energiekosten und wachsendem Druck seitens der Kunden, die ihre Lieferanten zunehmend anhand ihres CO₂-Fußabdrucks bewerten.

Der Ansatz: Eine Photovoltaikanlage mit 595 kWp auf dem Dach des Standorts Pune deckt heute rund 50 % des Strombedarfs, speist überschüssigen Strom in das öffentliche Netz ein und amortisiert sich innerhalb von rund drei Jahren.

Das Ergebnis: Jährlich werden 300 bis 400 t CO₂e vermieden. Gleichzeitig sinken die Energiekosten strukturell. Das Projekt dient als replizierbares Modell und zeigt, dass Investitionen in Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen.

Fortschritt von Grund auf

Die Photovoltaikanlage ist der am deutlichsten sichtbare Teil der Veränderungen in Pune, sie ist jedoch Teil eines umfassenderen Verbesserungsprogramms. Parallel zum Dachprojekt analysierte das Team systematisch die Energiesysteme des Werks: Es identifizierte Ineffizienzen, optimierte den Betrieb der Anlagen und nutzte konsequent jede Möglichkeit, durch kontinuierliche Verbesserungen messbare Ergebnisse zu erzielen.

Allein die Optimierung der raumlufttechnischen Anlagen sparte im Jahr 2025 58 MWh Energie ein und vermied 48 t CO₂e7. „Für sich genommen mögen diese Maßnahmen nicht besonders umfangreich erscheinen“, sagt Michel Voinson. „In ihrer Summe entfalten sie jedoch eine erhebliche Wirkung.“

Auch kommerziell verändert das Projekt bereits die Gespräche. Es stärkt die Position von Hager bei Ausschreibungen, unterstützt ESG-Kennzahlen und erhöht die Glaubwürdigkeit als Partner für Energiemanagement.

Über dem Werk fangen die Solarmodule das Licht des Morgens ein, und das System erzeugt Strom. Damit sorgt es für geringere Emissionen und zeigt, dass sich der Weg von ambitionierten Zielen zu messbaren Ergebnissen in diesem Fall in Kilowattstunden ausdrücken lässt.

Sie möchten mehr erfahren?

Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Umwelt des Hager-Nachhaltigkeitsberichts 2025/26.

Surendra Sawant
Health and Safety Engineer Manufacturing
Er spielte eine Schlüsselrolle bei den Initiativen von Hager im Bereich erneuerbare Energien und leitete das Projekt zur Installation der Photovoltaikanlage.

Die Berechnung der Amortisationszeit basiert auf einem internen Finanzmodell, das Investitionskosten, standortspezifische Stromtarife und Erlöse aus der Netzeinspeisung berücksichtigt (Annahmen auf Basis des Jahres 2025).

Installierte Leistung gemäß den Auslegungsspezifikationen des Systems

Basierend auf den gemessenen Erzeugungsdaten des ersten Betriebsjahres

Basierend auf der Stromerzeugung der Photovoltaikanlage im Verhältnis zu ihrer installierten Leistung

Basierend auf den Stromverbrauchsdaten des Standorts und der im Jahr 2025 gemessenen Stromerzeugung der Photovoltaikanlage

Die vermiedenen Emissionen wurden anhand der lokalen Emissionsfaktoren für den Strommix berechnet.

Schätzung auf Grundlage der gemessenen Energieeinsparungen und der entsprechenden Emissionsfaktoren

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