Vom Verbraucher zum Teil der Infrastruktur
EV + Bidirektionales Laden
Vom Verbraucher zum Teil der Infrastruktur
Elektromobilität nimmt immer mehr zu, und Hager schafft dafür die Infrastruktur, die Elektrofahrzeuge mit dem Energiesystem verbindet – von europaweiten Ladelösungen bis hin zur bidirektionalen Einbindung im privaten Haushalt.
Das europäische Stromsystem befindet sich im Wandel. Der Anteil erneuerbarer Energien wächst kontinuierlich. Gleichzeitig stellen die Schwankungen in ihrer Verfügbarkeit neue Anforderungen an den Ausgleich von Stromerzeugung und -verbrauch. Parallel dazu kommen Millionen Elektrofahrzeuge auf Europas Straßen. Jedes von ihnen verfügt über eine Batterie mit einer Kapazität von 50 bis 90 kWh, also über einen Speicher, der fünfbis zehnmal größer ist als die meisten stationären Batteriespeicher in Privathaushalten. Damit steht in privaten Haushalten bereits heute eine enorme dezentrale Speicherkapazität zur Verfügung. Es stellt sich dabei jedoch die Frage, wie sich diese Kapazität auch aktiv nutzen lässt.
Ladeinfrastruktur im großen Maßstab
Als TotalEnergies, einer der größten Betreiber von Ladeinfrastruktur in Europa, sein Ladenetzwerk im B2C-, B2B- und öffentlichen Bereich ausbauen wollte, wurde mehr benötigt als reine Hardware. Gefragt waren Interoperabilität über Märkte hinweg, regulatorische Konformität, Cybersicherheit und ein zuverlässiger Betrieb an jedem einzelnen Standort.
„Wir haben wettbewerbsfähige Hardware, integrierte Software für Überwachung und Steuerung sowie Services kombiniert, die auf zwei zentrale Kennzahlen ausgerichtet sind: maximale Verfügbarkeit und optimale Gesamtbetriebskosten“, erklärt Marie Huntzinger, Head of Marketing eMobility. „Diese Kombination war die Grundlage für unsere fünfjährige Partnerschaft.“
Mit REACH- und RoHS-Konformität, verifizierten Product Environmental Profiles, einer an den EU-Vorgaben ausgerichteten Cybersicherheit sowie einem europaweiten Servicenetz bot Hager TotalEnergies einen zentralen Ansprechpartner für die gesamte Elektrifizierungsstrategie – von der Beschaffung bis zum langfristigen Betrieb.
In den vergangenen zwölf Monaten haben wir unser gesamtes Portfolio für Elektromobilität vollständig erneuert, von AC-Ladelösungen für Wohngebäude über Ladeinfrastruktur für gewerbliche Anwendungen bis hin zum bidirektionalen Laden. Mit TotalEnergies haben wir bewiesen, dass wir Projekte auf gesamteuropäischer Ebene erfolgreich umsetzen können. Mit dem bidirektionalen Laden schlagen wir nun das nächste Kapitel auf: das Elektrofahrzeug als aktiver Bestandteil des Energiesystems eines Gebäudes. Hier wachsen Laden, Speichern und Energiemanagement zusammen – und genau dorthin entwickelt sich Hager.
Vom Laden zum Rückspeisen
Beim Laden fließt Strom in das Fahrzeug. Bidirektionales Laden ermöglicht den Energiefluss auch in die umgekehrte Richtung. Dadurch kann das Elektrofahrzeug als Stromspeicher und die Ladestation als Bestandteil eines intelligenten Energiemanagements genutzt werden. Die in der Batterie des Elektrofahrzeugs gespeicherte Energie kann am Abend während hoher Strompreise oder bei einem Stromausfall zur Versorgung des Haushalts genutzt werden. Das Elektrofahrzeug ist damit nicht länger nur ein Stromverbraucher, sondern wird zu einem aktiven Bestandteil des häuslichen Energiesystems.
Hager hat dieses Konzept gemeinsam mit Audi in einer dreijährigen Feldstudie untersucht. Zehn Mitarbeiterhaushalte mit Photovoltaikanlagen nahmen daran teil. Untersucht wurde unter anderem, wie sich Vehicleto-Home im Alltag bewährt, auch an Tagen, an denen die Fahrzeuge während der Erzeugungsspitzen von Solarstrom nicht verfügbar waren.
Über drei Jahre hinweg stellten die Fahrzeugbatterien den teilnehmenden Haushalten durchschnittlich 7.000 kWh Energie zur Verfügung. Das entspricht in etwa dem Stromverbrauch eines Drei-Personen-Haushalts über zwei Jahre.
„Das Elektrofahrzeug wird Teil der Energieintelligenz eines Gebäudes“, sagt Ulrich Reiner, Innovation Manager E-Mobility & Energy. „Dadurch verändern sich die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Energieversorgung im Haushalt grundlegend.“
Auf einen Blick
Das Risiko: Die schwankende Einspeisung erneuerbarer Energien belastet Europas Stromnetze, während Millionen Batterien von Elektrofahrzeugen ungenutzt bleiben und ihr dezentrales Speicherpotenzial nicht ausgeschöpft wird.
Der Ansatz: Gemeinsam mit TotalEnergies realisiert Hager Ladeinfrastruktur im gesamteuropäischen Maßstab und integriert bidirektionale Vehicle-to-Home-Technologie in das Ökosystem von E3/DC. Die Lösung wurde in einer dreijährigen Feldstudie mit Audi validiert.
Das Ergebnis: 7.000 kWh Energie wurden innerhalb von drei Jahren an die teilnehmenden Haushalte zurückgespeist, bis zu 9 % höhere Energieautarkie und Einsparungen von bis zu 450 € pro Jahr. Das Elektrofahrzeug wird vom passiven Stromverbraucher zum aktiven Energiespeicher.
Der Vorteil eines integrierten Systems
Diese Ergebnisse hängen von weit mehr als nur der Ladestation ab. Bei Hager ist bidirektionales Laden Bestandteil eines integrierten Ökosystems aus Photovoltaik, Energiespeicherung und intelligentem Energiemanagement. Möglich wird dies durch die Flow-Lösung von Hager, die KI-Integration mit AI360 und Elektromobilität.
Da Hager Ladelösungen, Energiespeicher und Energiemanagement als Gesamtlösung anbietet, arbeiten Fahrzeugbatterie und Hausspeicher optimal zusammen. So lassen sich Energiekosten in den Haushalten senken, und man gewinnt an Flexibilität. In Kombination mit einer optimalen Dimensionierung und einer intelligenten Steuerung sind Einsparungen von bis zu 450 € pro Jahr erzielbar.
In Deutschland kommt dieser integrierte Ansatz auch in Mehrfamilienhäusern zum Einsatz. Über das Mieterstrommodell ermöglichen Hager und sein Partner metergrid, lokal erzeugten Solarstrom direkt an Mieter zu liefern. Messinfrastruktur, Energiemanagement und Abrechnung werden dabei zu einer durchgängigen Lösung verbunden und machen Mehrfamilienhäuser zu aktiven Bestandteilen des Energiesystems.
Der Zugang beginnt mit dem Laden. Die Optimierung beginnt mit bidirektionalem Laden. Das Energiemanagement verbindet alles zu einem intelligenten Gesamtsystem. Dasselbe Prinzip gilt auch für gewerbliche Anwendungen. Dort bilden Hagers Energiemanagement-Plattformen, stationäre Energiespeicher und Ladeinfrastruktur bereits heute ein integriertes Angebot für Gebäude mit deutlich höherem Energiebedarf. Mit der Weiterentwicklung von Vehicle-to-Grid wächst dieses Potenzial weiter. Hager schafft bereits heute die Grundlage dafür.