Über die letzte Meile hinaus: Wege zur Klimaneutralität
Praxisbeispiel
Über die letzte Meile hinaus: Wege zur Klimaneutralität
Drei elektrifizierte Transportwege zeigen: Die Dekarbonisierung der Logistik ist bei Hager keine Zukunftsvision mehr – sie ist bereits Realität.
Zahlen und Fakten
Januar 2026
Erste Kundenbelieferung aufgenommen: Hammersbach → Fega & Schmitt
Obernai, Vendenheim, Blieskastel und Hammersbach durch elektrifizierten Güterverkehr verbunden
Kosteneinsparung gegenüber Dieselfahrzeugen
weniger Emissionen pro Route
Amortisationszeit
wirtschaftlicher Vorteil über die Lebensdauer
Irgendwo auf der deutschen Autobahn zwischen Hammersbach und Fega & Schmitt in Heilsbronn beginnt sich etwas zu verändern. Ein Logistikkoordinator prüft ein letztes Mal die Ladung – Hager-Produkte gesichert, Frachtpapiere kontrolliert –, bevor er in das Fahrerhaus steigt. Der Lkw setzt sich nahezu lautlos in Bewegung. Keine Abgase. Kein Diesel. Nur das leise Surren eines Elektromotors und eine Lieferung mit einem nachweislich kleineren CO₂-Fußabdruck. So werden Blue Planet Commitment und Project 2030 bei Hager Realität.
Der Druck hinter dem Wandel
Mit der CSRD ist der CO₂-Fußabdruck einer Lieferung nicht länger nur eine interne Kennzahl. Scope-3-Emissionen – einschließlich der Emissionen aus der Auslieferung von Produkten – werden heute in Nachhaltigkeitsberichten ausgewiesen, beeinflussen Beschaffungsentscheidungen und bestimmen mit darüber, welche Lieferanten in die engere Auswahl kommen. Für Hersteller wie Hager macht der Transport fertiger Produkte einen wesentlichen Teil dieser nachgelagerten Emissionen aus.
Die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs bietet hierfür eine strukturelle Lösung. Allerdings war eine zuverlässige Hochleistungsladeinfrastruktur für den Fernverkehr bislang kaum verfügbar. Für die meisten Betreiber war elektrischer Güterverkehr deshalb wirtschaftlich nicht tragfähig – nicht aus Mangel an Bereitschaft, sondern aufgrund fehlender Infrastruktur.
Elektrifizierte Transportstrecken verringern unsere Abhängigkeit von Dieselpreisschwankungen und künftigen CO₂-Kosten. Das ist keine einmalige Einsparung, sondern sorgt dauerhaft für mehr Kostenstabilität.
Die Infrastrukturentscheidung
Hager entschied sich, dieses Hindernis unmittelbar zu beseitigen. Eigene Hochleistungsladestationen an den Standorten Vendenheim und Hammersbach versorgen heute die Strecken, die Obernai und Vendenheim in Frankreich mit Blieskastel und Hammersbach in Deutschland verbinden. Damit schaffen sie die Planungssicherheit, die elektrifizierter Güterverkehr benötigt, und bieten Logistikpartnern eine verlässliche Grundlage – unabhängig von einer öffentlichen Ladeinfrastruktur, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausreichend vorhanden war.
„Die Investition in die Ladeinfrastruktur in Vendenheim war die Entscheidung, die alles Weitere erst möglich gemacht hat“, sagt Camille Loisy, Program Manager Blue Planet Commitment, Supply Chain & Logistics. „Ohne die Sicherheit einer zuverlässigen Ladeinfrastruktur lässt sich elektrifizierter Güterverkehr auf strategisch wichtigen Strecken nicht verlässlich planen. Mit ihr schafft man ein stabiles Fundament, auf dem sich Schritt für Schritt aufbauen lässt.“
Zunächst wurden interne Transportstrecken elektrifiziert, um das Konzept in der Praxis zu erproben. Erst danach wurde das Netz für Kunden geöffnet – eine bewusst gewählte Reihenfolge, die eine glaubwürdige Skalierung ermöglicht.
Ein Fahrer im elektrifizierten Logistiknetz von Hager, in dem CO₂-armer Güterverkehr durch die erforderliche Infrastruktur und eine sorgfältige operative Planung neuer Routen wirtschaftlich tragfähig wird.
Mehrwert bis vor die Kundentür
Im Januar 2026 wurde die erste Kundenroute in Betrieb genommen. Die Verbindung zwischen Hammersbach und Fega & Schmitt entstand jedoch nicht allein aus den Ambitionen von Hager. Sie war das Ergebnis eines gemeinsamen Austauschs. Fega & Schmitt stand vor denselben Nachhaltigkeitsanforderungen und verfolgte ebenfalls das Ziel, die eigene Lieferkette zu dekarbonisieren. Dadurch wurde aus einer logistischen Entscheidung mehr als nur ein Transportkonzept – der Moment, in dem elektrifizierte Logistik vom internen Betrieb zu einem konkreten Mehrwert für den Kunden wurde.
„Dadurch verändert sich auch die Art und Weise, wie wir mit unseren Kunden über ihre eigenen Emissionen sprechen“, sagt Camille Loisy. „Die CO₂-Intensität unserer Logistik ist heute Teil des Mehrwerts, den wir unseren Kunden bieten.“
Die Elektrifizierung einer Transportstrecke reduziert unmittelbar die Scope-3-Emissionen auf Kundenseite – messbar, dokumentierbar und zunehmend entscheidend für ESG-orientierte Beschaffungsentscheidungen. Lieferanten, die emissionsarme Lieferungen nachweisen können, zeigen ihre Ausrichtung auf Net-Zero-Ziele, stärken ihre Position in Ausschreibungen und werden zu Partnern ihrer Kunden auf dem Weg der Transformation – nicht nur zu Lieferanten innerhalb der Lieferkette.
Von der Abfahrtskontrolle bis zum Schnellladen vor Ort – die eigene Hochleistungsladeinfrastruktur von Hager macht elektrifizierte Logistik im täglichen Betrieb praxistauglich.
Das Praxisbeispiel
Doch die Vorteile gehen weit über die Emissionsreduzierung hinaus. Die aktuellen Krisen verdeutlichen die Risiken schwankender Dieselpreise und einer zunehmenden CO₂-Bepreisung. „Elektrifizierte Transportstrecken verringern unsere Abhängigkeit von Dieselpreisschwankungen und künftigen CO₂-Kosten. Das ist keine einmalige Einsparung, sondern sorgt dauerhaft für mehr Kostenstabilität“, sagt Camille Loisy. „Denn die dafür erforderliche Infrastruktur ist bereits vorhanden.“
Diese Infrastruktur ist zugleich ein strategischer Vermögenswert. Sie ermöglicht eine skalierbare Elektrifizierung der Flotte und gewinnt mit jeder zusätzlichen Route weiter an Wert. Die Zahlen sprechen für sich: 40 %3 Kosteneinsparung gegenüber Dieselfahrzeugen, 80 %4 weniger Emissionen, eine Amortisationszeit von vier bis sechs Jahren und wirtschaftliche Vorteile über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren.
Auf einen Blick
Das Risiko: Im Rahmen der CSRD beeinflussen Scope-3-Emissionen Beschaffungsentscheidungen, bestimmen die engere Lieferantenauswahl und setzen Logistikprozesse den Risiken schwankender Dieselpreise und der CO₂-Bepreisung aus.
Der Ansatz: Eigene Hochleistungsladestationen an den Standorten Vendenheim und Hammersbach ermöglichen elektrifizierten Güterverkehr auf drei Transportstrecken. Zunächst wurden interne Routen elektrifiziert, bevor im Januar 2026 die ersten Kundenlieferungen folgten.
Das Ergebnis: 80 % weniger Emissionen, 40 % Kosteneinsparung gegenüber Dieselfahrzeugen, eine Amortisationszeit von vier bis sechs Jahren sowie ein Logistikmodell, das die Scope-3-Emissionen der Kunden reduziert und Hagers Position bei ESG-orientierten Beschaffungsentscheidungen stärkt.
Von der Ausnahme zum Standard
Heute sind bereits drei Transportstrecken elektrifiziert. „Mit jeder zusätzlichen Route nutzen wir die vorhandene Infrastruktur besser und stärken gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit des Projekts“, sagt Camille Loisy. „Wir haben die Skalierung bereits erreicht und bauen unser Netzwerk nun kontinuierlich weiter aus.“
Aus einem Pilotprojekt ist ein Logistikmodell geworden, bei dem dekarbonisierter Güterverkehr zunehmend zum operativen Standard wird – und nicht länger die klimafreundliche Ausnahme.
Zurück auf der Autobahn erreicht der Lkw sein Ziel. Die Lieferung wird abgenommen. Und irgendwo im Beschaffungssystem von Fega & Schmitt verbessert sich ein Scope-3-Kennwert. Es ist eine leise Ankunft – mit einer erstaunlich großen Wirkung.
Sie möchten mehr erfahren?
Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Umwelt des Hager-Nachhaltigkeitsberichts 2025/26.
Die Schätzung basiert auf niedrigeren Energie- und Wartungskosten im Vergleich zu Dieselfahrzeugen sowie einer hohen Auslastung der Ladeinfrastruktur
Die Schätzung basiert auf einem langfristigen Kostenvorteil gegenüber dieselbetriebenen Fahrzeugen, der sich aus niedrigeren Betriebskosten sowie einer geringeren Abhängigkeit von Kraftstoffpreisschwankungen und der CO₂-Bepreisung ergibt.
Vergleich von Diesel- und Strompreisen
Basierend auf der Berechnung des CO₂-Fußabdrucks im Vergleich von Diesel und Strom